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Impulse setzen

Die Gründerinnen und Gründer der WALA wurden auf ganz unterschiedlichen Wegen zusammengeführt. Von links nach rechts: Dr. Rudolf Hauschka, Max Kaphahn, Maja Mewes, Dr. med. Margarethe Hauschka-Stavenhagen.
Foto: Historisches Firmenarchiv der WALA Heilmittel GmbH

Jede und jeder, der im Laufe der Zeit bei WALA gearbeitet hat und/oder noch arbeitet, ist für die Unternehmensgeschichte wichtig. Aber welche Menschen gaben den Impuls? Den meisten dürfte bekannt sein, dass WALA das geistige Kind Rudolf Hauschkas (1891–1969) ist, nach dem die Kosmetikmarke Dr. Hauschka benannt wurde. In der Tat war er es, der zunächst die Geschicke der Firma allein lenkte. Auch als er die Firma nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet hatte, betrieb er sie zunächst als alleiniger Inhaber. Nach dem letzten Standortwechsel an den heutigen Betriebssitz in Eckwälden jedoch erfuhr die Firma eine Änderung der Betriebsform und wurde 1953 in eine offene Handelsgesellschaft mit vier Gesellschaftern überführt. Auf dieses Quartett beziehen wir uns bei WALA bis heute, wenn wir von den Gründerinnen und Gründern sprechen. Doch wer waren die drei anderen?

Margarethe Hauschka im Alter von 46 Jahren.
Foto: Historisches Firmenarchiv der WALA Heilmittel GmbH

Margarethe Hauschka-Stavenhagen – der ärztliche Kopf der WALA

Die neben Rudolf Hauschka Bekannteste des Quartetts dürfte Margarethe Hauschka-Stavenhagen (1896–1980) sein. Sie war Medizinerin und hatte ihren späteren Ehemann Rudolf am Klinisch-Therapeutischen Institut in Arlesheim kennen gelernt. Dort war sie als Assistenzärztin tätig und widmete sich der künstlerischen Therapie und der rhythmischen Massage. Ihre Begegnung mit Rudolf Hauschka war eine glückliche Schicksalsfügung. Er entwickelte in Arlesheim sein Verfahren für natürliche Heilmittelherstellung, stellte aber auch Pflanzenfarben für das therapeutische Malen her. 1943 heirateten sie und Margarethe prägte als Ärztin der WALA maßgeblich die Entwicklung und den Ausbau des Arzneischatzes der Firma. Sie verantwortete die medizinisch-wissenschaftliche Leitung.

Max Kaphahn (links) und Rudolf Hauschka im Jahr 1956 vor dem Rohbau des WALA Gebäudes im Boßlerweg 2.
Foto: Historisches Firmenarchiv der WALA Heilmittel GmbH

Max Kaphahn – der Mann für die Zahlen

Dem breiten Publikum eher unbekannt dürfte der Name Max Kaphahn (1894–1975) sein. Er war ein ehemaliger Vorgesetzter Rudolf Hauschkas. Als Hauschka 1941 von den NS-Behörden in Wien festgesetzt wurde – er durfte die Stadt nicht verlassen –, war es Max Kaphahn, der ihn anstellte und ihm dadurch das Reisen wieder ermöglichte. Kaphahn war damals Vorstandsmitglied der Berliner Getränkefirma C. A. F. Kahlbaum. Das Unternehmen stellte unter anderem alkoholhaltige Fruchtliköre her. Doch Kaphahn wollte auch alkoholfreie und vitaminreiche Fruchtzubereitungen anbieten. Nach ersten Begegnungen in Wien erwirkte Kaphahn eine Reisegenehmigung für Hauschka. Erste Herstellungsversuche in Berlin waren erfolgversprechend. Aufgrund der kriegsbedingt schwierigen Lage Berlins – Bombenangriffe wurden häufiger, Rohstoffe knapper – etablierte man die Produktion dieser Fruchtelixiere dann jedoch im Böhmerwald. Dort zog Hauschka für die Firma C. A. F. Kahlbaum und seinen Vorgesetzten Kaphahn eine kleine Manufaktur auf, deren Betrieb er bis 1945 mit einer kleinen Gruppe von Mitarbeitenden aufrechterhalten konnte.

Als Hauschka nach Kriegsende seine eigene Firma – WALA – wiederaufzubauen begann, tauschten er und Kaphahn quasi die Rollen. Als Inhaber war jetzt Hauschka eingetragen und Kaphahn, der ja über betriebswirtschaftliche Erfahrung verfügte, kümmerte sich als Angestellter um die administrativen und finanziellen Geschicke des Unternehmens. In dieser Funktion machte er sich so um das wirtschaftliche Wohlergehen der Firma verdient, dass er 1953 bei der Gründung der offenen Handelsgesellschaft zum Geschäftsführer bestellt wurde. Diese Position füllte er bis zu seinem Tod 1975 aus. Max Kaphahn war maßgeblich an der betriebswirtschaftlichen Entwicklung der WALA nach dem Krieg sowie an der Schaffung der Fundamente ihres besonderen unternehmerischen Modells beteiligt, die 1986 zur Gründung der WALA Stiftung führte.

Die Laborleiterin Maja Mewes begleitete das Unternehmen mit ihren Ideen bis zu ihrem Tod 1996.
Foto: Historisches Firmenarchiv der WALA Heilmittel GmbH

Maja Mewes – die Seele des Hauses

Die Vierte des Gründungsquartetts schließlich war Maja Mewes (1909–1996), die Partnerin Max Kaphahns. Sie war eine gebildete, weltoffene Frau, die in der Gesellschaft Kaphahns die geistige Heimat fand, nach der sie lange gesucht hatte, und zugleich mit ihrer Tatkraft und ihrem Ideenreichtum wesentlich für das Gedeihen der WALA verantwortlich. Sie half zuerst in jenem Elixierbetrieb im Böhmerwald in der Produktion mit und folgte nach Kriegsende Kaphahn und Hauschka nach Höllriegelskreuth. Dort half sie, WALA wieder als Unternehmen zu etablieren, wobei ihr Tätigkeitsschwerpunkt von Anfang an im „Herzen des Unternehmens“, im Pflanzenlabor lag. Als Leiterin der Herstellung entwickelte sie viele Verfahren und prägte Prinzipien, nach denen auch heute noch gearbeitet wird. Als Jüngste des Gründerquartetts erlebte sie auch noch die Überführung der offenen Handelsgesellschaft in eine Stiftung im Jahre 1986. Sie war damals als Gesellschafterin zwar schon ausgeschieden, blieb im Unternehmen aber zeitlebens präsent und war ihm eng verbunden. Nach Rudolf Hauschkas Tod war sie es, die als „Seele des Hauses“ galt.

Von damals bis heute

Die Impulse unserer Gründerinnen und Gründer wirken bis heute nach und prägen unser tägliches Arbeiten. Bis heute arbeiten wir nach von Rudolf Hauschka entwickelten Herstellungsverfahren und können auf einen breiten Arzneimittelschatz für unsere Kundinnen und Kunden zurückgreifen. Ohne das Engagement seiner drei Mitstreiterinnen und Mitstreiter wäre der Keim sicherlich nicht aufgegangen. Genauso wie heute rund 1.000 Mitarbeitende der WALA für ein gesundes Wachstum sorgen, die ihre Wurzeln nicht aus dem Blick verlieren.