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Alle fürs Klima

Mehr als 3.200 Unternehmen beteiligen sich an der Initiative „Entrepreneurs for Future“. Sie setzen in den Betrieben ein Zeichen für Klimaschutz und gehen gemeinsam mit Fridays for Future auf die Straße. Foto: UnternehmensGrün, Jörg Farys

Frau Dr. Reuter, wofür stehen die „Entrepreneurs for Future“?

Dr. Katharina Reuter:

Die Unternehmerinnen und Unternehmer bei „Entrepreneurs for Future“ setzen sich dafür ein, dass die Wirtschaft einen schnelleren Klimaschutz voranbringt. Wir finden, dass die von der Politik vorgegebenen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Boden- und Meeresschutz bei weitem nicht ausreichen. Daher solidarisieren wir uns mit „Fridays for Future“, den von der Schwedin Greta Thunberg initiierten Klimastreiks.

Was bewegt Firmen, sich Ihrer Initiative anzuschließen?

Dr. Katharina Reuter:

Die historische Mobilisierungskraft der Klimaschutzbewegung zeigt die Dringlichkeit des Anliegens. Den Schülerinnen und Schülern wurde beim Thema Klimaschutz die Kompetenz oder sogar der Bezug zur Realität abgesprochen. Es hieß dann: „Lasst mal lieber die Profis ran.“ Nun, wir sind diese Profis – und hier sind wir: mehr als 3.200 Unternehmen, die für über 200.000 Arbeitsplätze stehen. Das lässt sich nicht mehr so einfach ignorieren.

Dr. Katharina Reuter ist Mitinitiatorin von „Entrepreneurs for Future“. Foto: UnternehmensGrün, Jörg Farys

Wenn nachhaltiges Wirtschaften längst möglich ist, warum ist es dennoch die Ausnahme?

Dr. Katharina Reuter:

Konventionelle Wirtschaftsverbände berufen sich immer noch darauf, dass Klimaschutz eine Belastung sei und die Unternehmen das nicht leisten könnten. Das ist so nicht richtig. Das galt vielleicht in der Vergangenheit, aber nicht mehr in der heutigen Zeit. Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Klimaschutz keine Last ist, sondern eine Notwendigkeit und eine ökonomische Chance für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit.

Was muss sich aus Ihrer Sicht ändern?

Dr. Katharina Reuter:

An erster Stelle brauchen wir faire Wettbewerbsbedingungen für klimaschonende Technologien und Geschäftsmodelle. Derzeit gehen die nachhaltigen Unternehmen voran. Mit der Folge, dass sie ihre Produkte absurderweise oft teurer verkaufen müssen als Unternehmen, die sich nicht um Mensch und Umwelt scheren. CO2 muss endlich seinen wahren Preis bekommen. So müssten etwa chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel mit so hohen Steuern belegt werden, dass die ökologischen Folgeschäden eingepreist sind.

Ihrer Bewegung haben sich Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größen angeschlossen. Wie bringen Sie alle unter einen Hut?

Dr. Katharina Reuter:

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner benennen konkrete Klimaschutzziele für ihre eigenen Unternehmen und stellen sich hinter die Entrepreneurs-for-Future-Stellungnahme. Unser Forderungskatalog ist ein starkes Statement und gibt Greenwashing keine Chance. Denn so unterschiedlich die Unternehmen in unserer Initiative auch sind, haben wir alle doch nur ein Ziel: Wir wollen unseren Planeten retten.