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Nie genug getan

Austragungsort der B.A.U.M.-Jahrestagung und -Preisverleihung: die historischen Räume im Haus der Patriotischen Gesellschaft von 1765. Foto: Frank Erpinar

„Wir Menschen haben es selbst in der Hand, die Wirtschaftswelt so zu gestalten, dass wir unsere Bedürfnisse angemessen befriedigen können, ohne dabei die Umwelt oder unsere Mitmenschen zu schädigen.“ Im Saal herrscht konzentrierte Stille. Knapp 200 Menschen verfolgen via Leinwand ein Filmporträt, in dem Dr. Philip Lettmann, Mitglied der WALA-Geschäftsleitung, über das Umweltengagement seines Unternehmens berichtet. Schauplatz dieser Szene ist die Jahrestagung des „Bundesdeutschen Arbeitskreises für umweltbewusstes Management“ (B.A.U.M.) im September 2019 in Hamburg. Philip Lettmann nimmt den „Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis für bewussten Umweltschutz im eigenen Unternehmen“ in der Kategorie „Kleine und mittelständische Unternehmen“ entgegen.

Nach der Filmvorführung betritt Philip Lettmann unter Applaus die Bühne, um sich den Interviewfragen von Lebensbaum-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schatz zu stellen. „Ein achtsamer Umgang mit der Natur muss zentraler Bestandteil jedes Wirtschaftens sein“, führt Lettmann aus. „Dieser Überzeugung waren bereits die WALA-Gründer vor über 80 Jahren. Wir richten den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte von jeher konsequent an Kriterien der Nachhaltigkeit aus. Und auch nach mehr als acht Jahrzehnten Nachhaltigkeit entwickeln wir uns stets weiter.“ Philip Lettmann räumt ein, dass dies allerdings nicht immer einfach sei. Manchmal komme vielleicht der Gedanke auf, man habe doch schon so viel getan. „Aber wir haben nie genug getan“, ist sich Lettmann sicher.

Die Landwirtschaft der Zukunft ist biologisch-dynamisch

Als Hersteller von anthroposophischen Arzneimitteln und Kosmetikprodukten aus natürlichen Rohstoffen fördert die WALA nicht nur faire Handelsbeziehungen weltweit, sondern insbesondere auch die biologisch-dynamische Landwirtschaft. „Diese Anbaumethode erhält heute mehr Anerkennung als noch vor 15 oder 20 Jahren“, weiß Lettmann. „Sie hat sich inzwischen in vielen Bereichen bewährt und die Menschheit erkennt, wie wirksam sie ist.“ Doch was tut ein Hersteller mit Prinzipien, wenn er die benötigten Materialien auf dem Weltmarkt einfach nicht in der gewünschten Qualität finden kann? „Dann werden wir eben selbst aktiv und initiieren biologisch-dynamische Anbauprojekte rund um den Globus“, verrät Philip Lettmann. Dies erfordere mitunter eine Menge Geduld, sehr viel Zeit, gegenseitiges Vertrauen und Verlässlichkeit.

Im Jahr 2019 war „New Work – Arbeit 4.0 gemeinsam nachhaltig gestalten“ das Thema der B.A.U.M.-Jahrestagung. Foto: Frank Erpinar

Dr. Philip Lettmann nahm für die WALA Heilmittel GmbH den B.A.U.M.-Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis für bewussten Umweltschutz im eigenen Unternehmen entgegen (v. l.): Eva Danneberg (Werkhaus), Dieter Brübach (B.A.U.M.), Rita Schwarzelühr-Sutter (BMU), Dr. Philip Lettmann (WALA), Prof. Dr. Maximilian Gege (B.A.U.M.) und Martin Oldeland (B.A.U.M.). Foto: Simon Veith

Die Teilnehmenden im Foyer beim Austausch von Wissen, Erfahrungen und inspirierenden Ideen. Foto: Simon Veith

Bundespräsident a. D. Horst Köhler bei seiner Ankunft zur B.A.U.M.-Preisverleihung. Er erhielt den internationalen B.A.U.M.-Sonderpreis, weil er sich seit Jahrzehnten für eine nachhaltige Gestaltung der Globalisierung einsetzt. Foto: Simon Veith

Die Preisträger mit dem B.A.U.M.-Vorstand sowie der parlamentarischen Staatssekretärin im BMU, Rita Schwarzelühr-Sutter (v. l.): Dieter Brübach (B.A.U.M.), Rita Schwarzelühr-Sutter (BMU), Thomas Fuhr, Prof. Dr.-Ing. Natalie Eßig, Anne-Kathrin Laufmann, Christiane Greefe, Ole Scheeren, Barbara Scheitz, Prof. Dr. Maximilian Gege (B.A.U.M.), Dr. Philip Lettmann, Christian Kroll und Martin Oldeland (B.A.U.M.). Foto: Simon Veith

B.A.U.M.: das größte Nachhaltigkeitsnetzwerk Europas

Im Bereich Umweltschutz ist die WALA eine aktive Netzwerkerin. Denn wer sich beständig weiterentwickeln möchte, muss regelmäßig dazulernen. Der Kontakt mit gleichgesinnten Unternehmen und Organisationen erweitert das eigene Wissen und ermöglicht den Austausch von Erfahrungen. Seit dem Jahr 2011 ist die WALA bereits B.A.U.M.-Mitglied. Der Arbeitskreis verbindet ökonomische, ökologische und soziale Fragen – also die Prinzipien der Nachhaltigkeit. Mit mehr als 500 Mitgliedern ist er Europas größtes Unternehmensnetzwerk für nachhaltiges Wirtschaften. B.A.U.M. möchte Unternehmen, Kommunen und Organisationen gleichermaßen für die Belange des vorsorgenden Umweltschutzes wie für die Vision des nachhaltigen Wirtschaftens sensibilisieren. Doch es bleibt nicht bei bloßer Theorie: Das Netzwerk unterstützt seine Mitglieder auch ganz praktisch bei der ökologisch wirksamen, ökonomisch sinnvollen und sozial gerechten Realisierung gemeinsamer Ziele.